Christian Schroeder: Rede zur Immobilienrente (Antrag SPD/GRÜNE)

TOP 31 – Immobilienrente fair und transparent gestalten - Verbraucherinnen und Verbraucher schützen, Altersvorsorge stärken, Eigentum sichern (Antrag SPD/GRÜNE)

- Es gilt das gesprochene Wort - 

Viele Menschen in Niedersachsen haben ihr Leben lang gearbeitet und ihr Haus oder ihre Wohnung abbezahlt. Trotzdem reicht die Rente am Ende oft nicht für den Alltag und schon gar nicht für die anstehenden Reparaturen.

Verschärft wird die Situation bei vielen durch hohe Kosten in der Pflege. Deshalb denken immer mehr Eigentümer*innen darüber nach, sich im Alter über ihre Immobilie zusätzliches Geld zu verschaffen – durch Leibrente, Teilverkauf oder Umkehrhypothek. Auch bekannt als Immobilienrente.

Das Problem: Diese Modelle sind kompliziert und haben es in sich. 

Verbraucherzentralen warnen seit Jahren, dass viele Angebote teuer und intransparent sind. Beim Teilverkauf etwa zahlen Eigentümerinnen und Eigentümer oft jahrelang ein Nutzungsentgelt, tragen aber allein das Risiko, wenn der Immobilienwert sinkt. Ein Rechenbeispiel zeigt: Bei einem Immobilienwert von 500.000 EUR können allein über zehn Jahre mindestens 50.000 EUR an Entgelt zusammenkommen. Das müssen die Menschen wissen, bevor sie unterschreiben.

Was ist also zu tun?

Wir müssen die unabhängige Beratung der Verbraucherzentrale Niedersachsen, gerade auch wohnortnah und auf dem Land, weiter unterstützen.

Auch braucht es klare bundeseinheitliche Regeln: 

  • Verbindliche Informationspflichten

  • Eine unabhängige Zweitberatung vor Vertragsabschluss 

  • Und vergleichbare Produktinformationsblätter für alle Anbieter

Der aus meiner Sicht beste Fall: Wer eine Immobilienrente abschließt, trifft eine informierte Entscheidung.

Ältere Menschen können länger sicher in den eigenen vier Wänden bleiben. 

Und wir verhindern, dass am Ende in erster Linie überregionale Kapitalgesellschaften von schlecht informierten Verkäufer*innen profitieren, während Eigentum in der Fläche verloren geht.

Persönlich stelle ich dieses Konstrukt grundsätzlich infrage. Da es diese Angebote aber nun mal gibt, müssen wir die Menschen vernünftig beraten, damit sie informierte Entscheidungen treffen können und nicht mit den Fallstricken allein gelassen werden.

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